ILEK-Zelt Tour

Informieren Sie sich vor Ort über den Versuchsbau des deutschen Pavillons für die Expo in Montreal 1967.

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  • 1964 Wettbewerb für den deutschen Pavillon in Montreal von Rolf Gutbrot, Frei Otto und Peter Strohmeyer gewonnen.

Formfindung: Die Form entstand in einem Tüllmodell und wurde nach dessen Bau mittels eines Seifenhautmodells überprüft. Aus konstruktiven Gründen (z.B. Anschlussdetails, Materialdicke) weicht die Form am Hochpunkt von der Minimalfläche ab, da sich bei dieser die Fläche tangential im Hochpunkt eingeleitet wird. Um aus dem Modell Maße entnehmen zu können, muss Modell und ‚Original’ geometrisch ähnlich sein. Diese ist abhängig von der Vorspannung, daher muss eine statisch-elastische Ähnlichkeit dieser beiden bestehen.

  • 1966 Da Computersimulationen und wirkliche Referenzbauwerke nicht zur Verfügung standen wurde ein Versuchsbau (460 qm - 1/17tel der Fläche des Expopavillon) auf dem Gelände der Universität Stuttgart errichtet, ca. 2 km vom heutigen Standort. Hierbei handelte es sich nur um das Seilnetz mit einer Maschenweite von 50 x 50 cm aus 12 mm Litzenspiralseilen komplett vorgefertigt. Umfangreiche Tests zum Schwingungsverhalten, Verformungsverhalten u.ä. wurden durchgeführt. Des Weiteren diente er zur Erprobung von Montage und Detaillierung. Die Montage wurde für Montreal übernommen. Einige der Details mussten weiterentwickelt werden.
  • 1967 Expo Montreal
  • 1968 Auf Grund der Entscheidung, das IL aus der Stadtmitte nach Vahingen zu verlegen, wird der Versuchsbau an seinen heutigen Standort umgesetzt. Dieser Vorgang dauert einen Tag. Die Randseile werden in die vorbereiteten Fundamente eingehängt und über das Aufstellen des Pylons und Anziehen der Abspannpunkte wurde das Netz vorgespannt. Die vertikalen Glasrahmen der Fassade sind vorgespannt um die Verformung des Randseils für die Glasscheiben zu minimieren. Der Pylon (d=42cm) ist am unteren Auflager in einem ‚Sandtopf’ aufgelagert. Die gesamte Inneneinrichtung wurde von Frei Otto speziell für dieses Gebäude entworfen. Das Dach wurde mit Eternitschindeln eingedeckt. Darunter befindet sich eine Wärmedämmung aus Mineralwolle.
  • 1990 Eines der wenigen, dauerhaft genutzten Zeltbauten Frei Ottos wird zu einem der jüngsten Denkmal geschützten Gebäude in BW.
  • 1993 umfangreiche Sanierung. Dacheindeckung, Oberlicht, Rundumverglasung, Elektro- und Sanitäreinrichtungen, Heizung und Fußboden werden erneuert.
Walter Haase
Dr.-Ing.

Walter Haase

Leitung Arbeitsgruppe "Leichtbau und Adaptive Systeme" . Geschäftsführer Sonderforschungsbereich 1244

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